Geschichte im Shanghai-Lexikon

In den letzten Jahren hat sich die Shanghai zu eine der wichtigsten Städte der ganzen Welt entwickelt und hat so vor allem in der Volksrepublik China einen ganz besonderen Stellenwert. Die Geschichte und eben auch die Daten der ersten Besiedlungen reichen sehr viele Jahrhunderte zurück und so kann die Stadt eben auch auf eine entsprechende Geschichte verweisen. Laut den Aufzeichnungen reichen die ersten Besiedlungen bis etwa 4000 vor Christus zurück. Die Bezeichnung Dorf für die damalige Siedlung wurde erstmals im Jahr 960 verwendet. In erster Linie profitierte die Stadt natürlich von dem wirtschaftlichen Aufschwung des Jangtse-Deltas und konnte sich dank diesem eben auch entsprechend weiterentwickeln. Die Stadt erhielt das erste eigene Steuerbüro im Jahr 1074 und nur wenige Jahrhunderte später, nämlich 1264 wurde es mit drei weiteren Dörfern zusammengelegt. Bereits zu dieser Zeit verfügt die Stadt in ihrem damaligen Zustand über einen bedeutenden Handelshafen. In erster Linie wurde von diesem Hafen ausgehend die Baumwollernte nach Peking und in die anderen Landesteile gebracht. Zum Teil wurde sie von hier ausgehend auch nach Japan exportiert. Bis zu dem Beginn der Qing – Dynastie hatten sich in Shanghai eine Vielzahl von Kaufmannszünften gebildet. In ihrem Charakter ließen sich Parallelen zu Gebilden in den Niederlanden feststellen. Zum Teil hatten diese Zünfte nun einmal die wirtschaftliche und die politische Kontrolle über die Stadt in einem sehr hohen Maß. Dementsprechend wurde ihnen somit eben auch eine entsprechende Bedeutung zuteil. In den kommenden Jahren entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum des Landes und erlangte in aller Welt ein nicht gerade geringes Maß an Popularität.

Ein Ort deutscher und österreichischer Geschichte

Es gibt wohl kaum eine Stadt in der Welt, die mit einer solch abwechslungsreichen Geschichte zu kämpfen hatte wie die chinesische Stadt Shanghai. So war Shanghai zur Zeit des zweiten Weltkrieges in erster Linie auch ein Zufluchtsort für Deutsche und Österreicher. In den Jahren von 1938 bis 1941 flohen so in die Stadt circa 18.000 Juden aus Deutschland und Österreich. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland und den Novemberpogromen sahen sie in Shanghai so die einzige Möglichkeit der Verfolgung zu entkommen. In dieser Zeit entwickelte sich Shanghai mehr und mehr zu dem letzten Zufluchtsort vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Unter anderem flüchtete so eben auch der Arzt Jakob Rosenfeld nach Shanghai und versuchte sich hier ein neues Leben aufzubauen. Weitere bekannte Flüchtlinge sind der spätere US-amerikanische Präsident Michael Blumenthal und Fritz Levy. Letzterer berichtete mit einem Dokumentarfilm über das Schicksal der deutschen Juden in der chinesischen Stadt Shanghai. Nur kurze Zeit vor dem Luftangriff auf Pearl Harbor internierten die Japaner in Shanghai die ansässigen Staatsangehörigen der Alliierten. Schließlich kam es durch den Luftangriff auf Pearl Harbor zum Ausbruch des Krieges im Pazifischen Ozean. Aber schließlich konnten die jüdischen Flüchtlinge auch hier nicht unbeschwert leben und so zwangen die Japaner sie im Mai 1943 in einen kleinen Distrikt (Designates Area). Dieser befand sich in dem Stadtteil Hongkew. IN erster Linie war auch hier die Bewegungsfreiheit der Juden maßgeblich eingeschränkt. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges fiel diese Stadt zurück an China, denn sowohl Großbritannien als auch Frankreich und Japan verzichteten auf ihre Ansprüche.

Begebenheiten auf dem Weg zur Weltstadt

Ab 1900 genoss die chinesische Stadt Shanghai ein ständiges Wachstum und konnte sich eben so in den verschiedensten internationalen Bereichen durchsetzen. Allerdings hatte auch Shanghai auf seinem Weg zur Weltstadt mit den einen oder anderen Problemen zu kämpfen. Britische Soldaten erschossen am 30. Mai des Jahres 1925 in Shanghai demonstrierende Studenten. Als Reaktion darauf wurde die Nationale Revolution aufgerufen und schließlich eroberte die Nationalarmee im Jahr 1927 Shanghai. Unter der Führung von Chiang Kai-shek und mit der Hilfe der Kommunisten gelang es den Chinesen die Stadt wieder in den eigenen Besitz zu bringen. Im gleichen Jahr kam es zu einer Vielzahl von Massenaufständen. Jedoch wurden diese nun einmal komplett durch die Regierung niedergeschlagen. In der Historik spricht man in dieser Zeit von dem Massaker von Shanghai. Zweifelsohne war dies die Zeit, die nicht gerade zu den erfolgreichsten der Stadt gehörte. Innerhalb kürzester Zeit wurden so weit über 5000 Menschen von der Regierung ohne jegliche Gerichtsverhandlung exekutiert. 1931 kam es schließlich zu einem Boykott japanischer Waren. Da es zu keiner friedlichen Einigung kam, griffen die Japaner am 28. Januar 1932 die Stadt Shanghai an. Ihr Ziel war es, diesen Boykott zu brechen. Als Vorwand wurden jedoch die Misshandlungen fünf japanischer Mönche genutzt, bei denen ein Mönch nur kurze Zeit danach seinen schweren Verletzungen erlag. Als der Handelsboykott schließlich fallen gelassen wurde, wurde um Shanghai eine demilitarisierte Zone eingerichtet. Schließlich endete dieser Konflikt erst am 31. Mai des Jahres 1933 mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Tanggu.


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